Prozess der Suchtbeurteilung Essay

Words: 661
Topic: Drogen- und Alkoholsucht

Schritte der Suchtbeurteilung

Auch wenn Informationen über den Klienten idealerweise kontinuierlich gesammelt und überprüft werden sollten, gibt es zwölf traditionelle Verfahren zur Suchtbeurteilung. Diese zwölf Schritte werden von der Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA, 2013) vorgeschlagen und sollten von allen Suchtfachleuten in den USA als Leitlinien verwendet werden. Der erste Schritt ist die Kontaktaufnahme mit dem Klienten, die für die Kontaktaufnahme entscheidend ist. Der zweite Schritt ist die Ermittlung und Kontaktaufnahme mit Freunden und Familienmitgliedern, um zusätzliche Informationen zu sammeln. Danach sollen die Therapeuten mit dem Screening beginnen, um gleichzeitig auftretende Störungen (COD) wie psychische Probleme oder Traumata zu erkennen. Der vierte Schritt besteht darin, den Quadranten und den Ort der Verantwortung zu bestimmen, indem der Schweregrad der psychiatrischen Störungen und des Substanzkonsums ermittelt wird. Der fünfte Schritt ist die Bewertung des erforderlichen Versorgungsgrads unter Berücksichtigung von sechs Bewertungsdimensionen. Dies ist entscheidend für den Einsatz angemessener Ressourcen, um das beste Ergebnis für den Patienten zu erzielen. Der sechste Schritt ist die Erstellung einer Diagnose, die für die Ausarbeitung eines Behandlungsplans unerlässlich ist. Die ersten vier Stufen sollen dabei helfen, die richtige Diagnose zu stellen und die Pflegestufe zu bestimmen, um die weitere Rehabilitation des Patienten zu gewährleisten.

Die folgenden fünf Schritte führen zur letzten Phase der Behandlungsplanung. Der siebte Schritt ist die Feststellung von Behinderungen und funktionalen Beeinträchtigungen, die “zur Ermittlung des Bedarfs an Case Management und/oder höherer Unterstützung beiträgt” (SAMHSA, 2013, S. 89). In der achten Phase sollten Suchtfachleute die Stärken und Unterstützungen ihrer Patienten ermitteln, da dies einen positiven Ansatz für die Behandlung darstellt. Der neunte Schritt ermöglicht es den Therapeuten, besondere kulturelle oder sprachliche Bedürfnisse zu bewerten, um eventuelle kulturelle oder sprachliche Barrieren zu überwinden. Der zehnte Schritt besteht in der Ermittlung von Problembereichen wie rechtlichen, beruflichen oder sozialen Fragen. Dieser Schritt hilft zu erkennen, wie sich die COD auf das Leben des Patienten auswirkt. Im elften Schritt wird das Stadium der Veränderung bewertet, indem alle Störungen einzeln betrachtet werden. Dies hilft dabei, den Schwerpunkt der künftigen Behandlung zu verstehen. Der letzte Schritt ist die Ausarbeitung eines optimalen Behandlungsplans, um die Rehabilitation des Patienten zu gewährleisten. Auch wenn die oben beschriebenen zwölf Schritte viel Zeit in Anspruch nehmen, sind sie für die Verbesserung der Patientenergebnisse von entscheidender Bedeutung.

Multidisziplinäre Bewertungsteams

Suchterkrankungen gehen häufig mit anderen Problemen einher, z. B. mit körperlichen Traumata und psychischen Problemen. Daher wird ein multidisziplinäres Team für die Bewertung und Behandlung von Abhängigkeiten empfohlen (SAMHSA, 2013). Goodman, Milliken, Theiler, Nordstrom und Akerman (2015) beschreiben den Fall einer schwangeren Frau, die unter Opioidentzug und den Folgen einer missbräuchlichen Beziehung litt. Neben den Suchtproblemen hatte sie eine Vorgeschichte mit Schwangerschaftsverlust, einem sexuellen Trauma in der Kindheit und einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Ein multidisziplinäres Team, bestehend aus Suchtspezialisten, einem Psychiater, einem Sozialarbeiter, einem Arzt und einem Geburtshelfer, wurde hinzugezogen, um das beste Ergebnis für die Patientin zu erzielen.

Alle Mitglieder des Teams leisteten ihren Beitrag zur Beurteilung des Zustands der Patientin. Der Arzt beurteilte den körperlichen Zustand der Patientin und vergewisserte sich, dass keine Traumata durch die Schläge des Lebensgefährten der Patientin vorhanden waren. Der Psychiater kümmerte sich um die PTBS und die psychischen Probleme der Patientin und erstellte einen Behandlungsplan für diesen Aspekt. Der Gynäkologe beurteilte den Zustand des Babys und machte Vorschläge, wie der Schaden für den Fötus minimiert werden kann. Der Sozialarbeiter bewertete die Auswirkungen der Obdachlosigkeit der Patientin und half ihr bei der Suche nach einer Unterkunft. Schließlich ermittelte der Suchtmediziner das Stadium der Veränderung und schlug einen Behandlungsplan für die Opioidabhängigkeit vor. Kurz gesagt, das multidisziplinäre Team wurde effektiv koordiniert, um der Patientin zu helfen, sich von einer komplexen Erkrankung zu erholen.

Referenzen

Goodman, D., Milliken, C., Theiler, R., Nordstrom, B., & Akerman, S. (2015). Ein multidisziplinärer Ansatz für die Behandlung des gleichzeitigen Auftretens von Opioidkonsum und posttraumatischer Belastungsstörung in der Schwangerschaft: A case report. Journal of Dual Diagnosis, 11(3-4), 248-257. Web.

Substance Abuse and Mental Health Services Administration. (2013). Substanzmissbrauchsbehandlung für Personen mit gleichzeitig auftretenden Störungen. Web.