Kartellrechtliche Ansprüche: Microsoft Corporation Fallstudienarbeit

Words: 631
Topic: Fallstudie

Das Kartellrecht, wie es in Abschnitt 2 des Sherman Act hervorgehoben wird, soll kleine Unternehmen vor Unternehmen schützen, die über eine Monopolmacht verfügen und ihre Position dazu nutzen können, Preise festzulegen und den Wettbewerb auszuschließen (Jones, 2000). Die Microsoft Corporation, ein in den Vereinigten Staaten ansässiger Computersoftwarehersteller, wurde mehrfach wegen Verstoßes gegen das Kartellgesetz angeklagt. Ein solcher Zivilprozess wurde im Jahr 2002 eingeleitet, als Microsoft von den Vereinigten Staaten wegen Monopolisierung, die gegen das Kartellrecht verstößt, zivilrechtlich verklagt wurde.

In diesem Zivilverfahren wurde Microsoft der Monopolisierung für schuldig befunden, da das Unternehmen seine Finanzkraft dazu nutzte, die Preise auf dem Markt so festzulegen, dass der Wettbewerb ausgeschlossen wurde. In dieser Zivilklage gegen Microsoft wurde festgestellt, dass das Unternehmen mehr als 80 % des gesamten Marktanteils hält, da viele Computer auf dem Markt Intel-Chips verwenden, die wiederum mit Intel-kompatiblen Betriebssystemen arbeiten. Dies hat dazu geführt, dass das Unternehmen Microsoft den Markt beherrscht, da es der Hauptvertreiber von Windows-Betriebssystemen ist, die mit Intel kompatibel sind.

Ein weiteres Zivilverfahren gegen Microsoft wurde im Jahr 2007 von 19 Bundesstaaten eingeleitet, in dem dem Unternehmen Verstöße gegen das Kartellrecht vorgeworfen wurden. In diesem Fall wurde dem Softwareriesen vorgeworfen, wettbewerbswidrige Mittel einzusetzen, um seine Konkurrenten mit Hilfe von Anwendungsschranken vom Markt auszuschließen. Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, die Verwendung von Middleware-Produkten zu blockieren, die als Plattformen fungieren, um den Nutzern die Verwendung eines Betriebssystems ihrer Wahl zu ermöglichen.

Microsoft wurde auch beschuldigt, anderen Softwareentwicklern zu drohen, die Herstellung von Middleware-Produkten einzustellen. Das US-Justizministerium ermittelte außerdem gegen Microsoft wegen Verstoßes gegen die Kartellgesetze. In dieser Untersuchung wurde festgestellt, dass Microsoft Windows und sein Browserprogramm Internet Explorer unrechtmäßig integriert hatte. Außerdem wurde festgestellt, dass das Unternehmen versucht, das Internet zu monopolisieren (Hepburn & Lopatka, 2007).

Die gegen Microsoft erhobenen Vorwürfe waren in allen oben genannten Fällen berechtigt. Nach Hepburn und Lopatka (2007) ist das Unternehmen Microsoft nicht aufgrund seiner Innovationsfähigkeit führend in der Softwareherstellung, sondern aufgrund seiner Fähigkeit, Konkurrenten durch den Einsatz unethischer Mittel zu zähmen. Die Fähigkeit des Unternehmens, Middleware-Produkte zu blockieren, ist ein klares Indiz dafür, dass das Unternehmen den Wettbewerb fürchtet, insbesondere im Bereich der Betriebssysteme, den das Unternehmen dominiert.

Das Unternehmen hat auch Vereinbarungen mit anderen Unternehmen getroffen, insbesondere mit Herstellern von Computer-Hardware wie Intel und IBM, um sicherzustellen, dass die meiste auf dem Markt produzierte Hardware so angepasst wird, dass sie nur Microsoft-Produkte auf Kosten der Konkurrenz verwendet.

Ein weiterer deutlicher Hinweis darauf, dass Microsoft im Namen der Innovation gegen das Sherman Act verstößt, ist die Integration verschiedener Produkte in seine Windows-Betriebssysteme. Zum Beispiel hat Microsoft seinen Internet-Browser Internet Explorer nur an seine Betriebssysteme gebunden, um das Internet zu dominieren. Die Einbeziehung der Java-Laufzeitumgebung in Windows und das Schreiben von Programmen, die eine Windows-spezifische Java-Version sind, führte dazu, dass die Java-Programme auf anderen Plattformen nicht funktionieren.

All dies tat der Softwareriese mit dem Ziel, Java-Software zu kontern, die auf anderen Plattformen verfügbar war. Die Einführung des Internet-Browser-Programms Netscape Navigator ist ein weiterer Bereich, der Microsoft als Verstoß gegen das Sherman Act brandmarkt. Die Einführung des Netscape Navigators im Jahr 1994 veranlasste Microsoft, mit der Einführung seines eigenen Browsers Internet Explorer zu reagieren und diesen kostenlos zu vertreiben, was Netscape Navigator dazu veranlasste, sein Browserprogramm aufzugeben.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Microsoft Corporation weiterhin gegen die Kartellgesetze, die gemeinhin als Sherman Act bezeichnet werden, verstößt und damit anderen Unternehmen auf demselben Markt die Möglichkeit nimmt, ihre Produkte zu etablieren. Es wäre für den Verbraucher und die allgemeine Wirtschaft von Vorteil, wenn die Kartellgesetze durchgesetzt würden, um den Wettbewerb in der Softwareindustrie zu fördern.

Referenzen

Hepburn, W. & Lopatka, E., J (2007). Der Fall Microsoft: Kartellrecht, Hochtechnologie und Verbraucherwohlfahrt. New York: University of Chicago Press.

Jones, K. (2000). Der Kartellrechtsfall Microsoft. Zeitleiste. Web.