Eine Buchbesprechung: Eine Zivilklage von Jonathan Harr Essay

Words: 667
Topic: Amerikanische Literatur

Der amerikanische Autor Jonathan Harr wurde durch sein fesselndes Sachbuch A Civil Action zu literarischem Ruhm katapultiert. A Civil Action, das die vorsätzliche/fahrlässige toxische Verschmutzung des Wassersystems von Woburn, Massachusetts, in den 1970er und 80er Jahren schildert, war 1996 ein Bestseller und wurde mit dem National Book Critics Award ausgezeichnet. Harr hat siebeneinhalb Jahre lang intensiv recherchiert und geschrieben und sich bei der Rekonstruktion der Ereignisse ausschließlich auf offizielle Gerichtsakten und persönliche Interviews gestützt.

Das Ergebnis seiner Arbeit ist eine erschütternde Schilderung eines wahren und tragischen Ereignisses, das der Cleveland Plain Dealer als “den Justizthriller des Jahrzehnts” bezeichnete (Titelbild). Das Buch umfasst 501 Seiten und besteht aus vierzehn Kapiteln (mit einem abschließenden Abschnitt über Quellen und Danksagungen). Das Buch wurde 1998 unter der Regie von Steven Zaillian und mit John Travolta und Robert Duvall in den Hauptrollen (Oscar-Nominierung/Bester Nebendarsteller) verfilmt und fand großen Anklang.

Als sie feststellte, dass bei Kindern in Woburn, einschließlich ihres eigenen Kindes, Leukämie diagnostiziert worden war, beauftragten die Anwohnerin Ann Anderson und andere betroffene Familien den Anwalt für Personenschäden und toxische Delikte Jan Schlichtmann mit der Untersuchung und Einreichung einer Sammelklage. Ihre Anschuldigungen wurden durch eine von zwei Professoren der University of Massachusetts durchgeführte Fünf-Jahres-Sterblichkeitsstudie untermauert, in der die Zahl der Krebstodesfälle in Woburn um 17 % gestiegen war (Ryan, 1979).

Die am 14. Mai 1982 eingereichte Klage Anderson vs. Cryovac (Anne Anderson et al. v. Cryovac Inc. W.R. Grace Inc., John J. Riley Company Inc., Beatrice Inc. – C.A. No. 82-1672-S – D. Mass) war ein wichtiger Zivilprozess. Zunächst nimmt Schlichtmann die Klage aus Gründen des Prestiges und des finanziellen Erfolgs an. Es tauchen jedoch Beweise auf, die belegen, dass Riley Tannery, eine Tochtergesellschaft von Beatrice Foods, W.R. Grace (ein Chemieunternehmen) und Unifirst die Wasserversorgung der Stadt absichtlich mit dem industriellen Lösungsmittel/Chlorkohlenwasserstoff TCE (Trichlorethylen) verseucht haben.

TCE ist eine chemische Verbindung, ein chlorierter Kohlenwasserstoff. TCE ist eine süßlich riechende, klare Flüssigkeit, die nicht brennbar ist. Es wird in organischen/essbaren Materialien wie Pflanzenölen usw. und für industrielle Zwecke (Lösungsmittel für die chemische Reinigung, Entfetter für Metallteile, Raketenreiniger usw.) verwendet.

Übermäßiger Konsum ist bei Tieren und Menschen krebserregend und führt zu Depressionen des zentralen Nervensystems sowie zu einer hohen Neigung zu Leukämie und Non-Hodgkin-Lymphomen. Die Entdeckung dieser abscheulichen Beweise markiert einen Wendepunkt für Schlictmann persönlich wie auch für den Fall. Das Sparring mit dem herablassenden Verteidiger von Beatrice Foods – Jerome Facher – sensibilisiert Schlichtmann.

Um den Familien zu einem erfolgreichen Prozess zu verhelfen, investiert Schlichtmann alles, was er hat, bis hin zum finanziellen Risiko für seine Kanzlei. Er stellt ein Team von Fachanwälten zur Unterstützung zusammen und erschöpft damit seine Ressourcen und Ausgaben. Als er schließlich den finanziellen Schaden für seine Firma in Kauf nimmt, ist Schlichtmann gezwungen, eine Abfindung in Höhe von 8 Millionen Dollar von W.R. Grace zu akzeptieren, während das Verfahren gegen Beatrice wegen mangelnder Plausibilität eingestellt wird.

Die Abfindung wird unter den Familien aufgeteilt, abzüglich der Anwaltskosten und Auslagen. Schlicht-mann geht sogar so weit, dass er den Familien, die der Meinung sind, dass er ihnen zu viel berechnet hat, weitere Gebühren zahlt. Schließlich meldet er Konkurs an, nachdem er sein Haus und sein Auto verloren hat und sein Büro zu seinem vorübergehenden Zuhause geworden ist.

Eine Zivilklage veranschaulicht den kolossalen Charakter und den Erfolg von Zivilklagen, wenn es darum geht, abscheulicher Unternehmensgier, grober Fahrlässigkeit und Willkür entgegenzuwirken. Das Buch veranschaulicht die Nachteile eines solchen Verhaltens im Unternehmenssektor sowie Fragen zu Zivilprozessen (Menschen gegen Unternehmen/Institutionen), Verfahren usw.

Solche bahnbrechenden Fälle widerlegen die Vorstellung, dass die Opfer machtlos sind, und zeigen, dass es einen Weg gibt, wo ein Wille ist. Vor allem aber wird deutlich, welchen Unterschied eine einzelne Person machen kann, wenn sie sich für das Recht und die Gerechtigkeit einsetzt. Allein aus diesem Grund wird A Civil Action einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen.

Literaturverzeichnis

Harr, Jonathan. Eine Zivilklage. Vintage Books, 1996.

Ryan, Charles C. “Todesfälle durch Krebs nehmen in Woburn zu”. The Daily Times – Woburn Edition. December 10, 1979. Web.