“Ein weißer Reiher” von Sarah Orne Juwett Essay (Kritisches Schreiben)

Words: 646
Topic: Amerikanische Literatur

Die Natur ist voller Geheimnisse, Vielfalt und Reichtum, sie ist eine menschliche Behausung, aber eines der brennendsten Probleme ist der Platz des Menschen in der Natur. Die Natur schenkt Leben, Nahrung und eine wunderbare Welt mit verschiedenen Lebewesen. Hat der Mensch das Recht, von der Natur geschaffene Lebewesen zu töten, und ist er für seine Taten verantwortlich, während er in der Welt lebt? Diese Probleme werden von Sarah Orne Juwett in ihrer Geschichte “Ein weißer Reiher” aufgeworfen und mit Hilfe von zwei Gegenspielern – Sylvia und einem Ornithologen – aufgezeigt.

Sylvia ist ein kleines Mädchen, voller Leben und Energie, hilfsbereit und ehrlich. Sie zieht es vor, in der Natur zu leben, und jeden Tag kommuniziert sie mit Tieren, Vögeln und Bäumen, die sie zu Lichtgeistern machen. Zu Hause hatte sie viele Vögel, und sie liebt sie, wie sie sind. Sie fügt den Tieren niemals Schaden zu, und das ist der Hauptunterschied zum Ornithologen. Der junge Mann liebt die Natur und die Vögel auch, aber seine Liebe ist ganz anders. Er tötet und stopft Vögel aus, genießt es, sie tot zu sehen, und hat viele von ihnen. Für ihn sieht die Natur wie ein Tierfriedhof aus, Sylvias Natur ist lebendig. Die Einstellung des Ornithologen zu Vögeln wird durch die Besessenheit eingeschränkt, ein weiteres Exemplar in seiner Sammlung zu haben. Sylvia wundert sich über den Abgrund zwischen seinem enormen Wissen über Vögel und seinem gemeinen Wunsch, Unmengen von ihnen zu töten. Deshalb bedeutet die Enthüllung eines Reihernests einen Verrat an der Natur und allen wilden Kreaturen. Der Ornithologe will nur einen ausgestopften Vogel haben und ihn den ganzen Tag lang “bewundern” und ihn irgendwo im Museum aufstellen, damit andere Leute ihn bewundern können. Aber es ist viel natürlicher, diesen Vogel in seiner Umgebung zu sehen, auch wenn das nicht so einfach ist. Der Reiher hat sich Sylvia gezeigt, weil sie ein ehrlicher Mensch mit gutem Gewissen und guten Absichten war. Und diesen Vogel zu verraten und sein Nest zu zeigen, ist eine unfaire und unverschämte Tat. Obwohl Sylvia sehr jung ist, hat sie moralische Werte und respektiert das Leben und andere Lebewesen.

Es ist ganz offensichtlich, dass die Autorin Sylvias Sichtweise bevorzugt. Und die Beschreibungen der Natur sind der beste Beweis dafür. Um Sylvias Sicht auf die Natur zu schildern, verwendet die Autorin anschauliche Epitheta und Metaphern, selbst die ungehorsame “dilatorische” Kuh hat einen Charakter und Emotionen, außerdem ist sie “eine geschätzte Gefährtin”, wie die Autorin sie beschreibt (Sarah Orne Jewett 282). Die alte Kiefer, der höchste Baum im Wald, ist wie ein Symbol für die Geheimnisse der Natur. Sie sind nicht für jedermann bestimmt, aber derjenige, der bis zur Spitze hinaufsteigt, erhält Zugang zu der unvergleichlichen Schönheit und Höhe der Geister. Wir sehen, dass dieses kleine Mädchen viel höher im Geiste ist als der junge Mann, der sicher eine Universitätsausbildung hat und eine ehrenwerte Person im Kreis seiner Freunde und Kollegen ist. Aber hier, in der Wildnis, ist er nur ein anderes Leben, das für etwas Wohlwollen zu Mutter Natur gekommen ist. Obwohl der Ornithologe charmant und “entzückend” ist, schreckt sein Gewehr das Mädchen ab und hindert ihn daran, tief in die Natur einzudringen.

Die Sprache ist in erster Linie gefühlsbetont, und das lässt sich leicht beweisen. Viele Ausrufe und Fragesätze, Epitheta, Metaphern, Vergleiche appellieren an die Gefühle des Lesers. Wenn wir die Gedanken von Sylvia lesen, sympathisieren wir mit ihrer Entscheidung, von zu Hause wegzubleiben, bis die Nachricht kommt, und wünschen einem weißen Reiher, dass er am Leben bleibt.

Abschließend scheint es notwendig zu betonen, dass nur Sylvia Natur die Möglichkeit gibt, diesen seltenen weißen Reiher so nah zu sehen. Und nur ihr können die Geheimnisse offenbart werden. Dieses einsame Landkind lebt das Leben in vollen Zügen und hat viele Freunde in der Natur, die besser sein können als Freunde in der Stadt.

Zitierte Werke

Juwett, Sarah Orne. “A White Heron”. Sarah Orne Jewett Text Projekte. 2008. Web.