Ein Nullsummenspiel oder eine Win-Win-Situation: Das Ergebnis des Kalten Krieges Essay

Words: 717
Topic: Weltgeschichte

Der Kalte Krieg war ein ständiger Kampf zwischen zwei Mächten, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg gebildet hatten: Das westliche Lager mit den USA an der Spitze umfasste die westlichen kapitalistischen Industrieländer; der Ostblock mit der UdSSR an der Spitze bestand aus den Ländern, die sich zum Kommunismus “bekannten” und eine Kommandowirtschaft hatten.

Es handelte sich um eine starke politische Konfrontation, die auf einer grundlegenden gegenseitigen ideologischen Ablehnung beruhte; obwohl die beiden Blöcke keine direkten militärischen Operationen durchführten, waren sie dennoch in ein ständiges Wettrüsten verwickelt, das zu einer erheblichen Steigerung ihres militärischen Potenzials und einem gewaltigen Durchbruch im Bereich der Waffen- und Militärtechnologie führte. Obwohl der Krieg als “kalt” bezeichnet wird, weil es keine expliziten militärischen Konfrontationen gab, hat dieser Kampf das politische Umfeld in der Welt lange Zeit “verbrannt”.

Bei der Analyse der Ursachen für den Sieg des kapitalistischen Lagers im Kalten Krieg ist es kaum möglich, die Diskussion auf einen bestimmten Grund zu beschränken; die Erklärung für den Ausgang des Kampfes liegt sowohl in der theoretischen als auch in der historischen Dimension, und es ist notwendig, beide zu berücksichtigen. Was den historischen Kontext betrifft, so hatten die USA nach dem Krieg eine eher vorteilhafte Position, die dem Land half, schnell wieder auf die Beine zu kommen und die wirtschaftliche und politische Vorherrschaft zu erlangen: Der Marshallplan, der scheinbar auf die wirtschaftliche Rehabilitation Europas abzielte, diente den Vereinigten Staaten zum Vorteil, da er die internationale Dominanz des Dollars brachte und dem Land einen riesigen internationalen Markt verschaffte (McMahon 2003). Gleichzeitig war die UdSSR durch den vierjährigen Krieg erheblich ruiniert worden und hatte keine Unterstützung “von außen”; sie erholte sich nicht “mit Hilfe”, sondern “trotz”.

Der theoretische Aspekt der Analyse betrifft das Wesen der beiden gegensätzlichen Wirtschaftssysteme, nämlich Kapitalismus und Planwirtschaft. Das erste System basiert auf Wettbewerb und Privateigentum, das zweite lehnt das Privateigentum ab, und der Umfang der Produktion wird nicht durch die Nachfrage, sondern durch die staatliche Planung bestimmt. Damit hat der Kapitalismus einen großen Vorteil: Er fördert den Fortschritt in der Produktion und den Massenkonsum, die die Säulen des Wirtschaftswachstums sind. Das Fehlen dieser Faktoren ist die größte Schwäche der Planwirtschaft (Painter 1999).

Es wäre daher oberflächlich zu behaupten, dass die Niederlage des östlichen Lagers nur durch den Druck äußerer Faktoren verursacht wurde; außerdem scheint das gesamte Wirtschaftssystem der UdSSR aus Einsicht “verrottet” zu sein. Das Hauptproblem der Planwirtschaft besteht darin, dass für das Funktionieren des Systems eine präzise und weitsichtige Planung erforderlich ist; für die UdSSR war dies jedoch eine undurchführbare Aufgabe: Erstens war das Land riesig, und die zentralen Regierungsorgane waren nicht in der Lage, die Bedürfnisse jeder Region zu berücksichtigen; zweitens befand sich das politische System des Landes in einem ständigen Zustand der Stagnation: Vetternwirtschaft und Lobbyismus blühten, und die von der Regierung getroffenen Entscheidungen kamen oft nicht der Bevölkerung zugute (Hanhimaki und Westad 2003).

Schließlich kann davon ausgegangen werden, dass eine falsche Planung dazu beitrug, die Nation zu unterdrücken und einzuschränken. Infolgedessen erlebten die Menschen einen starken Mangel an Gütern des ersten Bedarfs, ihre Löhne verloren ihren Wert. Außerdem regte der fehlende Wettbewerb weder den Konsum noch den Fortschritt in der Produktionstechnologie an. So hatte das Land weder internationalen Handel noch einen effektiven inneren Markt, und die Wirtschaft brach zusammen; nach dem Zerfall der UdSSR hörte der gesamte kommunistische Block auf zu existieren.

Dennoch ist es schwierig, von einer Niederlage im Kalten Krieg zu sprechen: Das Ergebnis sieht nach einer Win-Win-Situation aus. Nach 1990 hatte Russland eine harte Übergangsphase, aber im Moment steigert das Land sein wirtschaftliches und innovatives Potenzial und nimmt aktiv am internationalen Handel teil; der Vorteil für die USA und die westlichen Industrieländer besteht in einem erweiterten Auslandsmarkt und der Abwesenheit der Notwendigkeit, ihr wirtschaftliches Potenzial für das Wettrüsten zu verschwenden. Die Realitäten der modernen Welt haben gezeigt, dass wirtschaftlicher Wettbewerb und internationaler Handel viel effektiver sind als politische Konfrontation, da sie dem Nutzen aller Beteiligten dienen.

Referenzliste

Hanhimaki, Jussi M., und Odd A. Westad. 2003. The Cold War: A History in Documents and Eyewitness Accounts. Oxford: Oxford University Press.

McMahon, Robert J. 2003. Der Kalte Krieg: Eine sehr kurze Einführung. Oxford [u.a.]: Oxford University Press.

Maler, David. 1999. Der Kalte Krieg: Eine internationale Geschichte (The Making of the Contemporary World). 1. Auflage. USA, Kanada: Routledge.