Die Vergangenheit analysieren, um sich auf die Zukunft vorzubereiten: Einen Literaturbericht schreiben

Words: 620
Topic: Wissenschaften

Einführung

Jedes wissenschaftliche Projekt beginnt mit der Erstellung einer vollständigen und umfassenden Literaturübersicht. In der Regel handelt es sich bei Literaturübersichten um kurze Beschreibungen, die das Wesentliche der zitierten Studien wiedergeben und gleichzeitig deren Stärken und Schwächen hervorheben. Die in der Literaturübersicht einer Forschungsarbeit erwähnten Arbeiten sollten sich allerdings auf den Gegenstand der wissenschaftlichen Untersuchung beziehen. In diesem Aufsatz werden die Gründe für das Verfassen einer Literaturübersicht erörtert. Außerdem wird untersucht, welche Ansätze die Wissenschaftler bei der Analyse der bisherigen Literatur verfolgen und welche Rolle persönliche Präferenzen bei der Wahl des Themas und der zu referenzierenden Materialien spielen.

Funktionen der Literaturübersicht

Das Verfassen eines Literaturberichts dient dazu, mehrere Ziele gleichzeitig zu erreichen. Nach Webster und Watson besteht die erste Funktion einer Literaturübersicht darin, die theoretische Entwicklung eines Problems voranzutreiben (14). Im Zusammenhang mit einer bestimmten Arbeit würde die Erfüllung dieser Funktion bedeuten, den theoretischen Rahmen für ein Problem zu skizzieren, was insbesondere in den Sozialwissenschaften von großer Bedeutung ist. Dieser Bereich ist durch die Verwendung von Begriffen und Konzepten gekennzeichnet, die schwer zu operationalisieren sind, und eine gute Literaturübersicht hilft, diese zu klären. Die zweite Funktion besteht darin, Bereiche zu erschließen, in denen bereits eine beträchtliche Menge an Forschung betrieben wurde. Die dritte Funktion schließlich besteht darin, die Lücken im derzeitigen Wissen aufzuzeigen, was die Durchführung einer neuen Studie in diesem Bereich rechtfertigt.

Ansätze zum Verfassen einer Literaturübersicht

Das Verfassen einer Literaturübersicht kann eine ziemliche Herausforderung sein; es gibt jedoch eine Reihe von Ansätzen, die diesen Prozess erleichtern können. Die erste Empfehlung von Webster und Watson besteht darin, Daten aus einer umfangreichen Stichprobe wissenschaftlicher Zeitschriften zu entnehmen, anstatt sich nur auf die wichtigsten Veröffentlichungen auf dem Gebiet zu konzentrieren (16). Der nächste Ratschlag bezieht sich auf das Setzen von Prioritäten: Die Autoren schlagen den Forschern vor, einen konzeptbasierten Ansatz zu verfolgen. Bei diesem Ansatz ist es wichtig, sich auf Phänomene zu konzentrieren: Phänomen X wurde zum Beispiel von Autor A und Autor B untersucht (Webster und Watson 16). Vom autorenzentrierten Ansatz wird abgeraten, da er die Autoren in den Vordergrund stellt, was eine Rezension oft irrelevant macht.

Auswirkungen persönlicher Präferenzen

Die Position und die Präferenzen eines Forschers können die Wahl des Themas und der Studien für die Literaturübersicht beeinflussen. So besteht beispielsweise ein Zusammenhang zwischen früheren Erfahrungen und der Neigung, ein ausgereiftes Thema mit einem umfangreichen Fundus an Belegen zu untersuchen oder sich im Gegenteil mit neuen Phänomenen zu befassen (20). Die Persönlichkeit eines Autors bestimmt bis zu einem gewissen Grad das zitierte Material. Manche Menschen bevorzugen Sachlichkeit: Ihre einzige Anforderung an eine gute Literaturübersicht ist, dass sie “Antworten auf das Warum” (Webster und Watson 20) liefert. Andere wiederum ziehen es vor, ihre Rezensionen einzigartig zu gestalten und die interessantesten und aussagekräftigsten Studien zu finden, um den Leser zu erfreuen. Konservative Forscher neigen dazu, Top-Zeitschriften und renommierten Autoren zu vertrauen, während aufgeschlossenere Autoren oft neuen Namen auf ihrem Gebiet eine Chance geben.

Schlussfolgerung

Das Verfassen einer Literaturübersicht kann eine gute Grundlage für eine wissenschaftliche Arbeit bilden. Eine gute Literaturübersicht erfüllt mehrere Funktionen: Sie hilft dabei, einen relevanten theoretischen Rahmen zu entwickeln, das vorhandene Wissen zu analysieren und Lücken zu finden, die mit den Ergebnissen einer neuen Studie gefüllt werden können. Eine Übersicht sollte Studienbeschreibungen und deren kritische Bewertung aus einer großen Anzahl von Quellen enthalten. Beim Verfassen einer Literaturübersicht ist es wichtig, nicht nur Autoren und ihre Leistungen aufzulisten, sondern sich auf die untersuchten Phänomene zu konzentrieren. Interessant ist, dass die Persönlichkeit des Forschers die Wahl des Themas und der Materialien in Bezug auf ihre Komplexität und Einzigartigkeit beeinflussen kann.

Zitierte Arbeit

Webster, Jane, und Richard T. Watson. “Analyzing the Past to Prepare for the Future: Writing a Literature Review.” MIS Quarterly, Bd. 26, Nr. 2, 2002, S. 13-23.