Die Entwicklung des amerikanischen Finanzwesens und seine Etappen Essay

Words: 657
Topic: Geschichte

Einführung

Der Finanzsektor oder einfach das Finanzwesen ist ein System von Wirtschaftstätigkeiten, das darauf abzielt, eine breite Palette von Finanzdienstleistungen wie Bankgeschäfte, Investitionen, Versicherungen, Kreditkartenausstellungen, Buchhaltung usw. anzubieten. Seit 1860 erlebte das amerikanische Finanzsystem drei Wellen schnellen Wachstums und zwei Zusammenbrüche, die durch die Veränderungen in der Branche und ihren Anteil am BIP sowie die Rolle, die sie in der wirtschaftlichen Entwicklung spielt, gekennzeichnet sind. Der Beginn der 1860er Jahre ist durch die Einführung des nationalen Bankensystems und die Beendigung der Ära des freien Bankwesens, das die Hierarchie der Banken definierte, gekennzeichnet. Darüber hinaus ist sie durch den Konflikt zwischen der von Präsident Jackson propagierten Hartgeldpolitik, d. h. Geld mit echtem Goldwert, und der Politik des weichen Geldes der Nationalbank, d. h. der Ausgabe von nicht an Gold gebundenem Papiergeld, gekennzeichnet. Im Jahr 1879 wurde jedoch die Entscheidung getroffen, dass Papier einen echten Goldwert haben und in Gold konvertierbar sein sollte (Bilginsoy, 2015).

Analyse

Die erste Phase der Finanzentwicklung in den USA ist das Wachstum in den Jahren 1880-1900. Sie wurde durch den Bau der Eisenbahn und den Beginn des Aufbaus der Schwerindustrie im Land, ausgelöst durch die industrielle Revolution, motiviert (Philippon, 2008). Die Entwicklung des Finanzsektors war aufgrund der Erneuerung der ausländischen Investitionen aus den europäischen Ländern und zur Finanzierung massiver Infrastrukturprojekte notwendig. Es war die Zeit der kurzfristigen Kredite an interne Wirtschaftsakteure, des Aufschwungs des Aktienmarktes als Reaktion auf den Bau des Eisenbahnnetzes und des Zusammenschlusses kleiner Unternehmen zu einflussreichen Konglomeraten im Bereich der Schwerindustrie (Bilginsoy, 2015).

Die weitere Entwicklung der Wissenschaft, insbesondere die Entdeckungen auf dem Gebiet der Medizin und der Elektrizität, führte zu einer zweiten Wachstumswelle, die von 1918 bis 1933 dauerte. Sie zeichnet sich vor allem durch die Finanzierung von Unternehmen im Bereich des Automobilbaus und der Pharmazie aus. Die Zeit zwischen diesen beiden Entwicklungsphasen kann nicht als Absturz bezeichnet werden, sondern eher als Patt-Situation. Das einzige Anzeichen dafür ist der schnelle Rückgang der Zahl der Banken (Hollow, Akinbami, & Michie, 2016).

Die nächste Etappe ist der Zusammenbruch des amerikanischen Finanzsektors, der durch die Große Depression verursacht wurde. Der Regierung gelang es jedoch, ihn relativ schnell zu erneuern, da sie die umsichtige Entscheidung traf, die Infrastruktur im ganzen Land auszubauen und in den Zweiten Weltkrieg einzutreten. Obwohl die menschlichen Verluste beträchtlich waren, gab es viele positive Auswirkungen auf den amerikanischen Finanzsektor und die Wirtschaft insgesamt, da zusätzliche Geldquellen aus dem Verkauf von Waffen und Munition ins Ausland erschlossen wurden, was später dazu führte, dass es keine groß angelegten Militäroperationen in den US-Territorien gab.

Die weitere Entwicklung des Finanzsektors war relativ stabil, da der Anteil der Finanzdienstleistungen am BIP ziemlich gleich blieb. Erst die IT-Revolution in den 1970er Jahren führte zu einer weiteren Wachstumswelle im Finanzsektor. Dies gilt insbesondere für die Zeit nach den 1990er Jahren (Hollow et al., 2016), als alle Finanzinstitute aufgrund des technologischen Fortschritts und der durch die IT-Revolution geförderten Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen Reformen durchliefen. Von Bedeutung für diesen Zeitraum ist auch die Aufhebung des Goldkurses 1971, die die Ausgabe von nicht an Gold gebundenem Geld ermöglichte und später den Einfluss des US-Dollars in der Weltwirtschaft verstärkte.

Schlussfolgerung

Die Verbreitung der Informations- und Kommunikationstechnologien hatte sowohl positive Auswirkungen auf die Entwicklung des Finanzwesens. Einerseits erleichterten sie die Erbringung von Finanzdienstleistungen, führten zu einer Diversifizierung des Finanzsektors und trugen zu einer schnellen Globalisierung bei. Andererseits sind die Globalisierung und die Verflechtung der Finanzsysteme die Hauptgründe für die Weltwirtschaftskrise 2008. Obwohl sich die amerikanische Wirtschaft erholen konnte, besteht ein erhebliches Risiko, dass es in Zukunft zu ähnlichen Krisen kommen könnte.

Referenzen

Bilginsoy, C. (2015). Eine Geschichte der Finanzkrisen: Dreams and follies of expectations. New York, New York: Routledge.

Hollow, M., Akinbami, F., & Michie, R. (2016). Komplexität und Krise im Finanzsystem: Critical perspectives on the evolution of American and British banking. Cheltenham, United Kingdom: Edward Elgar Pub.

Philippon, T. (2008). Die Entwicklung des US-Finanzsektors von 1860 bis 2007: Theory and evidence. New York, New York: Universität New York.