“Der Kapitalismus in Amerika: Die Geschichte” von Alan Greenspan und Adrian Wooldridge Essay (Buchbesprechung)

Words: 863
Topic: Ökonomie

Die Wirtschaft ist inzwischen zu einem unsichtbaren Werkzeug geworden,
das die Welt manipuliert. Um einen Weg zu finden, es zu kontrollieren, haben die Menschen viele Bücher über wirtschaftliche Algorithmen verfasst. Mit diesen Büchern wollen die Forscher herausfinden, wie die Welt funktioniert. Diese Bücher werden heute in synchrone und diachrone Bücher unterteilt, wobei letztere die Wirtschaft im Kontext der Geschichte untersuchen, während sich erstere auf die moderne Entwicklung konzentrieren.

Wenn man Wirtschaft als Hauptfach studiert, ist es das primäre Ziel, der Entstehung der Wissenschaft genügend Aufmerksamkeit zu schenken, da die Weltgeschichte oft dazu neigt, sich zu wiederholen. Im Rahmen dieser Rezension wird daher das Augenmerk auf das diachrone Buch Capitalism in America: Die Geschichte, geschrieben von Alan Greenspan und Adrian Wooldridge.

Zunächst ist es notwendig, eine kurze Untersuchung der Biografie der Autoren des Buches durchzuführen. Alan Greenspan ist ein ehemaliger Vorsitzender der Federal Reserve of the United States, der die Chance hatte, Wirtschaftsberater mehrerer US-Präsidenten zu werden. Adrian Wooldridge wiederum ist ein führender Redakteur der amerikanischen Zeitschrift The Economist. Ihre Kompetenz zu diesem Thema mag zwar umstritten sein, ist aber unbestreitbar. Das Buch selbst wurde im Jahr 2018 veröffentlicht, was es trotz seines historischen Profils für die heutige Welt relevant macht.

Aus dem Titel geht hervor, dass sich die Autoren auf die Entwicklung der kapitalistischen Verhältnisse innerhalb des Landes im Laufe seiner Geschichte konzentrieren müssen. Obwohl das stimmt, ist der Begriff des Kapitalismus in ihrer Interpretation eher subjektiv, was das Buch für den potenziellen Leser noch interessanter macht. Greenspan und Wooldridge versuchen, die Muster der amerikanischen Wirtschaftsentwicklung anhand der Konzepte der Schumpeterschen schöpferischen Zerstörung und der Theorie der großen Männer zu beschreiben.

Die erste Theorie beruht auf den Erkenntnissen des österreichischen Gelehrten Joseph Schumpeter und besagt, dass jede wirtschaftliche Stufe durch die Zerstörung der vorherigen Struktur entsteht (Evangelista). Eine andere Theorie besagt, dass sich die Weltwirtschaft durch das Handeln einiger einflussreicher Personen, den so genannten Großen Männern, entwickelt hat. Der große Wert des Buches liegt also in der Tatsache, dass es eine kritische Analyse der Informationen erfordert.

Nach den Angaben in der Biografie der Autoren sind sie diejenigen, die die amerikanische Wirtschaft besser kennen sollten als jeder andere Wissenschaftler. Die Aussagen in dem Buch sind jedoch eher kontrovers und erfordern weitere Nachforschungen zum Thema, anstatt als a priori angenommen zu werden. Im Gegensatz zu den heute den Markt erobernden Sachbüchern über die Wirtschaft liefert Kapitalismus in Amerika dem Leser keine bereits aufbereiteten Informationen. Stattdessen gibt es dem Rezipienten die Möglichkeit, die Daten zu analysieren, um sich eine fundierte Meinung zu bilden.

Meiner Meinung nach enthält das Buch neben den unschätzbaren Auswirkungen auf die Wirtschaftsgeschichte auch einige Vorzüge und Erkenntnisse für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der USA. Die letzten beiden Kapitel des Buches zielen darauf ab, Amerikas größte Herausforderungen und Chancen in Bezug auf die Wirtschaft zu beschreiben. Zu den Herausforderungen gehören eine ausufernde Regulierung, anspruchsvolle Arbeitsmärkte, eingeschränkte Mobilität, die Dissonanz zwischen den Kosten und der Qualität der Bildung und die Unterdrückung der Produktivität (Greenspan und Wooldridge).

Eine weitere wichtige Erkenntnis betrifft die treibende Kraft der künftigen amerikanischen Wirtschaft, die in erster Linie auf die Unternehmer ausgerichtet ist. Diese Annahme stimmt perfekt mit dem Grundgedanken der Schumpeterschen schöpferischen Zerstörung überein, da die Unternehmer in der Lage sein werden, das neue Zeitalter der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes einzuleiten.

Nimmt man das Buch zum ersten Mal zur Hand, so scheint es die Strukturen der US-Wirtschaft und ihre Veränderungen im Laufe des Bestehens des Landes direkt zu beschreiben. Über die Wirtschaft selbst wird jedoch wenig gesagt. Meiner Meinung nach versuchen die Autoren, die Idee zu vermitteln, dass die Wirtschaft als Wissenschaft nicht für sich allein existieren kann. Daher gehen Greenspan und Wooldridge auf die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte der USA ein, um aufzuzeigen, wie sie die Wirtschaft des Landes geprägt haben. Schließlich erklärt ihre Wechselbeziehung die großen Finanzkrisen und Schwierigkeiten der USA. Daher ist das Buch sowohl für Wirtschaftswissenschaftler als auch für Unternehmer von entscheidender Bedeutung, da es ihnen hilft zu erkennen, wie selbst kleine Ereignisse in einem Land das Wirtschaftswachstum beeinflussen.

Wenn man alles in Betracht zieht, kann man zu dem Schluss kommen, dass Greenspan und Wooldridge’s Capitalism in America: A history nicht nur für Wirtschaftswissenschaftler ein echter Gewinn ist. Das Buch ist leicht verständlich und hat nichts mit den durchschnittlichen “Selbsthilfe”-Büchern von heute gemein, die darauf abzielen, Menschen in wenigen Wochen zu Spitzenökonomen zu machen. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als sei das Buch ein Manifest für den Kapitalismus, so wird dieser Gedanke von den Autoren doch sehr subjektiviert.

Indem sie den Eindruck erwecken, die Gründer der modernen amerikanischen Wirtschaft zu sein, haben Greenspan und Wooldridge einen erheblichen Vorsprung auf diesem Gebiet. Bei der Lektüre des Buches ist jedoch zu bedenken, dass jede Information, die im 21. Jahrhundert gewonnen wird, mehrfach verarbeitet und in anderen Quellen bestätigt werden muss. Daher ist dieses Buch ein Muss für Menschen, die lernen wollen, wie man mit Informationen kritisch umgeht, um in Zukunft etwas zu verändern.

Zitierte Werke

Evangelista, Rinaldo. “Technologie und wirtschaftliche Entwicklung: The Schumpeterian Legacy.” Review of Radical Political Economics, Bd. 50, Nr. 1, 2017, S. 136-153.

Greenspan, Alan und Adrian Wooldridge. Kapitalismus in Amerika: A History. Penguin, 2018.