Bakterielle Vaginose: Wässriger, nach Fisch riechender Vaginalausfluss Essay

Words: 1050
Topic: Andere medizinische Fachgebiete

Informationen für Patienten

Initialen: AM Alter: 26 Geschlecht: F Rasse: Hispanoamerikanisch

Subjektive Daten

CC: “wässriger, nach Fisch riechender Vaginalausfluss”

HPI: Eine 26-jährige Hispanierin klagt über wässrigen, nach Fisch riechenden Vaginalausfluss. Die Symptome begannen vor etwa einem Monat, und die Versuche, den Geruch loszuwerden, waren nicht erfolgreich. AM hat versucht, häufig zu duschen, aber es wurde keine Linderung festgestellt. Sie ist sexuell aktiv und hat einen Partner männlichen Geschlechts.

Standort: Vagina

Beginn: vor 30 Tagen

Charakter: wässriger Ausfluss mit sehr unangenehmem Geruch

Assoziierte Anzeichen und Symptome: gelegentliche Hautreizungen in der Vagina

Zeitplan: den ganzen Tag über

Verschlimmernde/lindernde Faktoren: wenn Hydrocortison topisch (Salbe) aufgetragen wird, wird der Juckreiz weniger stark, aber der Geruch verschwindet trotzdem nicht

Schweregrad: 9/10 Schmerzskala

Aktuelle Medikamente: Hydrocortison topisch (Salbe), mehrmals täglich in den letzten zwei Wochen

Allergien: Erdnüsse (Angioödem); Pollen (allergische Rhinitis); Penicillin (Anaphylaxie)

Lungenentzündung – vor fünf Jahren behandelt

Chlamydien – vor zwei Jahren behandelt

Impfungen – MMR, HepB, DTaP, Var, PCV, IPV, RV, HPV, PCV13

Letzte Tetanusimpfung – vor zwei Jahren

Soz Hx: AM ist Hotelmanagerin und verbringt viel Zeit bei der Arbeit. In ihrer Freizeit treibt die Patientin gerne Sport und unternimmt Ausflüge. AM ist nicht verheiratet, aber seit drei Jahren in einer festen Beziehung. Die Patientin hat als Teenager geraucht, hat aber vor neun Jahren damit aufgehört. AM kann gelegentlich ein paar Gläser Wein trinken, aber sie ist sehr selbstsicher und kontrolliert den Konsum stets. Die Patientin verfügt über drei Jahre Fahrpraxis; sie schnallt sich immer an und fordert ihre Mitfahrer auf, dies ebenfalls zu tun. AMs Wohnung befindet sich in einem sauberen Viertel, nicht weit vom Haus ihrer Eltern entfernt. Die Familie ist freundlich, und AM kann sich immer auf sie verlassen. Ihre Mutter begleitete sie sogar zu dem Termin, falls die Patientin nicht in der Lage sein sollte, nach Hause zu fahren.

Fam Hx: AMs Großmutter mütterlicherseits starb an Eierstockkrebs. AMs Mutter wurde wegen Zervixdysplasie behandelt und leidet unter Menstruationsstörungen.

ALLGEMEINES: AM hat im letzten Monat ein Pfund abgenommen; sie ist nicht müde und hat keine gesundheitlichen Veränderungen.

GEHIRN: Augen: normales Sehvermögen. Ohren, Nase, Rachen: normales Hörvermögen, keine Halsschmerzen, kein abnormaler Nasenausfluss.

HAUT: kein Juckreiz oder Ausschlag.

KARDIOVASKULÄR: keine Schmerzen in der Brust; keine Ödeme oder Herzklopfen.

GASTROINTESTINAL: Appetitlosigkeit, kein Erbrechen, kein Durchfall, keine Übelkeit, keine Anorexie. Keine Unterleibsschmerzen oder Blut.

GENITOURINÄR: Letzte Regelblutung: 1/20/2019. Keine Schwangerschaften, Schwangerschaftsabbrüche oder Fehlgeburten.

PSYCHIATRISCH: Keine Depression oder Angstzustände in der Vorgeschichte.

ENDOKTINOLOGIE: Keine Polydipsie oder Polyurie. Keine Wärme- oder Kälteunverträglichkeit.

Objektive Daten

Lebenszeichen: Größe 1,70 m; Gewicht 134 lbs; Blutdruck 125/65; T 97 F°; P 73 bpm.

Allgemeines: Die Patientin macht einen gepflegten, sauberen und gut genährten Eindruck. Sie beantwortet alle Fragen problemlos und scheint aufmerksam zu sein.

HNO: Kopf normocephal; Augen klar, keine Schwierigkeiten beim Fokussieren; Ohren sauber; keine Schmerzen im Nacken; Rachen frei.

Genitalien: Äußere Genitalien rosa, keine Ödeme, Gebärmutterhals intakt, dünner, gelblich-grauer Ausfluss im Vaginalkanal.

Haut: warm, weich, trocken bei Berührung.

Diagnostische Ergebnisse: Gewinnung von Sekreten aus der hinteren Fornix mit Hilfe eines Q-Tips (Wet-Mount-Test); mikroskopische Untersuchung zur Überprüfung des pH-Werts der Vaginalsekrete; Schnuppertest zur Beurteilung des Geruchs.

Bewertung

Plan

Wenn die Diagnose einer bakteriellen Vaginose durch den Wet-Mount-Test bestätigt wird, muss eine Behandlung eingeleitet werden. Der typische Behandlungsplan umfasst die folgenden Optionen:

Zu den alternativen Behandlungsmöglichkeiten gehört die Einnahme von Probiotika, die nachweislich das Wiederauftreten von BV verhindern (Parma, Stella Vanni, Bertini, & Candiani, 2014).

Während der Behandlung sollte die Patientin auf den Konsum von alkoholischen Getränken verzichten. Außerdem sollte sie auf Geschlechtsverkehr verzichten, um das Risiko einer Übertragung der Infektion auf ihren Partner auszuschließen.

Um ein erneutes Auftreten von BV zu verhindern, sollte die Patientin beim Geschlechtsverkehr Kondome benutzen und zu häufiges Einseifen vermeiden. Außerdem sollte sie keine Tagesbinden verwenden, da diese die Haut reizen können.

Reflexion

Die Erfahrung hat mein Wissen über sexuell übertragbare Krankheiten sowie über die Schwierigkeiten bei deren Diagnose und Behandlung erweitert. Vor allem wurde mir klar, wie ähnlich die Symptome einiger Krankheiten sein können. Ohne die richtige Diagnose besteht die Gefahr, dass ein Gesundheitsdienstleister die falschen Medikamente auswählt, was zu einer Verschlimmerung des Zustands des Patienten führen kann. Die wichtigste Lektion aus dieser Erfahrung war daher die Anerkennung der Notwendigkeit einer sehr gründlichen Untersuchung von Patienten mit Problemen des Urogenitalsystems. Ich verstand, dass die Gesundheit und das zukünftige reproduktive Leben meiner Patientin von der Richtigkeit der Diagnose abhingen. Die Verantwortung wirkte sich jedoch nicht negativ auf mich aus: Ich fühlte mich nicht ängstlich und beschloss stattdessen, alles zu tun, um die erforderlichen Testergebnisse zu erhalten.

In Zukunft würde ich bei einer ähnlichen Patientenuntersuchung wahrscheinlich etwas anders vorgehen. Insbesondere würde ich bei der Untersuchung dem Lymphsystem mehr Aufmerksamkeit schenken, da es eng mit dem Fortpflanzungssystem der Frau verbunden ist. Außerdem würde ich der Patientin empfehlen, nicht erst nach einem Monat, nachdem sie die ersten Symptome bemerkt hat, einen Termin zu suchen. Ich würde die Notwendigkeit regelmäßiger Untersuchungen betonen und die Patientin auffordern, den Text für BV in zwei oder drei Wochen abzugeben. Im Allgemeinen war ich mit den Ergebnissen, die ich bei den Untersuchungen und Tests erzielen konnte, zufrieden.

Referenzen

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Mitchell, C., & Marrazzo, J. (2014). Bakterielle Vaginose und die zervikovaskuläre Immunantwort. American Journal of Reproductive Immunology, 71(6), 555-563.

Parma, M., Stella Vanni, V., Bertini, M., & Candiani, M. (2014). Probiotika bei der Vorbeugung von Rezidiven der bakteriellen Vaginose. Alternative Therapien in Gesundheit und Medizin, 20(1), 52-57.

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Tharpe, N. L., Farley, C. L., & Jordan, R. G. (2017). Clinical practice guidelines for midwifery & women’s health (5th ed.). Burlington, MA: Jones & Bartlett Learning.

Yeung, A. T. Y., Hale, C., Lee, A. H., Gill, E. E., Bushell, W., Parry-Smith, D.,… Hancock, R. E. W. (2017). Nutzung von Makrophagen aus induzierten pluripotenten Stammzellen zur Entschlüsselung von Wirtsfaktoren, die die Pathogenese von Chlamydia trachomatis beeinflussen. Nature Communications, 8, 15013.