Autonome Technik in Geschichte und Philosophie Essay

Words: 241
Topic: Technik und Ingenieurwesen

Aus philosophischer Sicht lässt sich feststellen, dass die Autonomie des Menschen mit jedem großen Technologiesprung abnimmt. Mit der zunehmenden Komplexität der Technik wurde auch die Wirtschaft immer komplexer, was die Beteiligung eines normalen, nicht spezialisierten Menschen am Wirtschaftssystem stark einschränkt. Im Industriesektor hat die Automatisierung von Fabriken und Bergbaumaschinen die Rolle des Menschen stark eingeschränkt. Dieses Problem wird sich in naher Zukunft wahrscheinlich noch verschärfen. Es ist jedoch schwierig, diesen Begriff auf den wissenschaftlichen Prozess anzuwenden, wie es Jacques Ellul tut.

Die Wissenschaft stützt sich zwar häufig auf bereits entdeckte Technologien, doch ist sie alles andere als ein linearer Prozess. Neue Technologien und Ansätze zu ihrer Entwicklung entstehen oft aus unerwarteten Ideen, innovativen Lösungen und anderen unerwarteten Quellen. Darüber hinaus sollten die Handlungsfähigkeit und die Eigenständigkeit von Wissenschaftlern und Ingenieuren nicht unterschätzt werden, selbst wenn die Einführung einer Technologie unvermeidlich schien. In der Geschichte gab es zahlreiche Momente, in denen äußere Faktoren deutliche Veränderungen im technischen Fortschritt bewirkten. So führte beispielsweise der Brand der Bibliothek von Alexandria zu einem fast dauerhaften Verlust der dort gespeicherten Informationen über technische Lösungen. Eine ähnliche Situation könnte in der Neuzeit durch ein EMP-Ereignis eintreten, und es ist wahrscheinlich, dass der technologische Fortschritt danach einen ganz anderen Weg einschlagen würde als der aktuelle. Der technologische Imperativ besagt zwar, dass, wenn etwas möglich ist, es auch getan wird, aber es ist ebenso möglich, es zu verhindern, was es schwierig macht, die Technologie als autonom zu bezeichnen.