Anubis: Die Statuette des ägyptischen Gottes Essay

Words: 542
Topic: Bildhauerei

Seltsamerweise beruhte die Religion des alten Ägypten nicht auf theologischen Prinzipien, sondern auf Göttern. Sie waren mit den Elementen, der Natur und sogar mit Tieren verbunden. Dies erklärt, warum Tiere ein häufiges Motiv in der Kunst dieser Zivilisation waren. Der als schakalköpfige Kreatur dargestellte Anubis, der Gott der Einbalsamierung und Mumifizierung, ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie eng Religion und Fantasie miteinander verwoben sein konnten und wie die Ägypter Tiere als Symbole verwendeten, um ihren Göttern Eigenschaften und Attribute zu verleihen. Der vorliegende Aufsatz befasst sich mit der Anubis-Statuette von 332-30 v. Chr. und erörtert ihre Thematik, ihren Stil und ihre Funktion.

Bei der Statuette handelt es sich um eine Darstellung des ägyptischen Totengottes Anubis, der jemanden zu begrüßen scheint, da er seine Arme mit offenen Händen ausstreckt. Die Aufgabe von Anubis war es, die Seelen der kürzlich Verstorbenen durch die Unterwelt (auch Duat genannt) zu führen. Anubis wog das Herz des Verstorbenen für seinen Vater Osiris und war verantwortlich für die Bewachung des Kanopengefäßes mit dem Magen (Lazzari und Schlesier 220).

Die dargestellte Tierart ist ein Hund. Das vorliegende Kunstwerk kann eher als Darstellung eines “menschlichen Mischlings” denn als echtes Tier betrachtet werden. Anubis hat einen menschlichen Körper mit einer langen Perücke und einem schwarzen Schakalkopf (siehe Abb. 1). Die schwarze Farbe des Kopfes des Gottes deutet darauf hin, dass er mit dem Jenseits und dem Tod verbunden ist.

Einige Teile der Statuette sind realistisch (ein Schakalkopf und der Körper eines Mannes), während das gesamte Kunstwerk eher idealistisch wirkt. Anubis trägt das Gewand, und an seinen Oberarmen und Handgelenken befinden sich vier goldene Bänder. Seine blaue Perücke ist mit Goldfarbe umrandet, die auch seinen Mund und seine Augen hervorhebt. Die Statuette weist vor allem vertikale Linien auf, die ein Gefühl von Höhe vermitteln, sowie diagonale Linien, die auf Bewegung hinweisen.

Die Figur hat eine eindeutige Form und ist unregelmäßig und asymmetrisch. Die Höhe und Breite von Anubis betragen 42,3 bzw. 10,1 cm (“Statuette des Anubis”). Die Basis, auf der der Gott steht, hat die Form eines Parallelepipeds. Da es sich um eine Statuette handelt, ist ihr Raum dreidimensional, aber auch ihre Abbildung wirkt dreidimensional. Die Oberflächenstruktur der Statuette ist eher glatt, da sie aus verputztem und bemaltem Holz gefertigt ist. Dieses Kunstobjekt ist meisterhaft geschnitzt und farblich kodiert, insbesondere die Kleidung von Anubis, die ein Rautenmuster aufweist.

Jedes Kunstwerk im alten Ägypten diente einem bestimmten Zweck, vor allem einem religiösen. Diese Statuette wurde bei Begräbnisumzügen verwendet und in Gräbern aufgestellt, die Anubis beschützen sollte (Scarre und Fagan 98). Es ist auch möglich, dass dieses Kunstwerk von Einbalsamierern verwendet wurde, um die Verstorbenen auf die Reise in die Unterwelt vorzubereiten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die alten Ägypter ihre spirituellen und religiösen Überzeugungen mit Hilfe von Bildern zum Ausdruck brachten. Die Personifizierung von Tieren ist Teil der Kulturrevolution dieser Zivilisation und ihrer dogmatischen Praktiken, wodurch eine auffällige Fluidität zwischen Mensch, Tier und Gott entsteht. Der Totengott Anubis steht für natürliche und übernatürliche Dinge, die die Ägypter umgaben und ihnen halfen, ihre Weltanschauung zu gestalten.

Zitierte Werke

Lazzari, Margaret, und Dona Schlesier. Kunst erforschen: A Global, Thematic Approach. 5. Aufl., Cengage Learning, 2016.

Scarre, Chris, und Brian Fagan. Ancient Civilizations. 4. Aufl., Routledge, 2016.

“Statuette des Anubis”. The MET. Web.