Anorexia nervosa und ihre Wahrnehmung durch Patienten Essay (Artikel)

Words: 664
Topic: Forschung im Gesundheitswesen

In der Studie “Perceptions of illness in individuals with anorexia nervosa” wurde untersucht, wie Personen mit Anorexia nervosa (AN) die Krankheit im Vergleich zu Laien und Frauen wahrnehmen. Nach Ansicht der Autoren ist das Verständnis der Art und Weise, wie psychologische Faktoren die Art und Weise beeinflussen, wie Individuen auf Krankheiten reagieren, wichtig für die Erklärung von Variationen im Verhalten im Zusammenhang mit Krankheiten und für die Entwicklung wirksamer Interventionsmaßnahmen zur Verbesserung der Patientenergebnisse.

Darüber hinaus bestehen Wissenslücken, da sich die verfügbare Literatur hauptsächlich mit der Wahrnehmung von Krankheiten wie Diabetes und Asthma befasst, während psychischen Krankheiten nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Diese Feststellung begründete die Notwendigkeit der Durchführung der Studie. 95 Teilnehmer mit Essstörungen wurden nach dem Zufallsprinzip aus zwei Quellen ausgewählt und füllten den Revised Illness Perception Questionnaire (IPQ-R) aus (Holliday, Wall, Treasure, & Weinman, 2005). In der Kontrollgruppe wurden 80 Laien und Frauen nach dem Zufallsprinzip für die Teilnahme an der Studie ausgewählt. Sie füllten einen modifizierten IPQ-R-Fragebogen aus, um ihre Wahrnehmung von AN zu erfragen.

Die Daten wurden mit SPSS Version 10 für Windows ausgewertet. Die Ergebnisse zeigten, dass Menschen mit AN ihren Zustand als chronisch und sehr belastend mit zahlreichen negativen Folgen ansehen. Darüber hinaus vertraten sie die Ansicht, dass es schwierig sei, ihre Erkrankung zu verhindern oder zu heilen. Die Kontrollgruppe hingegen betrachtete AN als eine in hohem Maße vermeidbare und heilbare Krankheit. Diese Ergebnisse sind wichtig, denn aufgrund ihrer Wahrnehmung hatten Personen mit AH eine schlechte psychische Gesundheit und eine schlechte Funktionsfähigkeit.

Dieses Verständnis könnte bei der Behandlung von AN angewandt werden. Die Laien und Frauen in der Kontrollgruppe stellten sich AN einfach als eine “Abmagerungskrankheit” vor, die man leicht ändern kann (Holliday et al., 2005). Solche Wahrnehmungen können jedoch erheblich zur Stigmatisierung der AN beitragen, was zu schlechten Ergebnissen bei den Patienten führt.

“Anorexia nervosa bei jungen Männern: Eine Kohortenstudie” ist eine Kohortenstudie, die durchgeführt wurde, um die Hintergründe und Ergebnisse der AN bei jungen Männern zu bewerten. Diese Studie war notwendig, um die derzeitigen Wissenslücken zu schließen, da die verfügbaren Studien über AN sich einem Verhältnis von 10:1 zwischen Frauen und Männern nähern” (Lindblad, Lindberg, & Hjern, 2006). Mit anderen Worten: Die AN bei Männern wird normalerweise als eine Kopie der AN bei Frauen betrachtet, und diese Annahme kann sich auf die Behandlungsansätze und -ergebnisse auswirken. 61 Männer, die mit einer AN-Anamnese geboren wurden, wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und mit der Allgemeinbevölkerung verglichen, insbesondere auf der Grundlage von sozialen Ergebnissen, sozioökonomischem Hintergrund, Gesundheitsgeschichte und anderen Variablen. Die Daten wurden mit dem Softwarepaket SAS 8.0 für Windows ausgewertet.

Die Ergebnisse zeigten, dass es einige Unterschiede zwischen Männern mit AN und der allgemeinen männlichen Bevölkerung ohne AN gibt. Unterschiede wurden in Bezug auf den sozialen Hintergrund, die Fähigkeit, sich selbst zu versorgen, und das Zusammenleben mit anderen Menschen, insbesondere mit Familienmitgliedern und Partnern, festgestellt. Mit anderen Worten: Die Studie zeigte, dass der soziale Hintergrund für die AN-Prognose herangezogen werden kann. Es wurden jedoch auch einige Gemeinsamkeiten festgestellt, da die psychiatrische Hospitalisierung von Männern mit AN fast die gleiche war wie die der Kontrollgruppe (Lindblad et al., 2006).

Eine wesentliche Einschränkung der Studie bestand jedoch darin, dass die Teilnehmer aus einem Pool von Männern gezogen wurden, die wegen AH im Krankenhaus waren, was bedeutet, dass diejenigen, die ambulante Dienste in Anspruch nahmen, nicht erfasst wurden. Das bedeutet, dass die betrachteten Fälle schwerwiegend waren und die Ergebnisse daher möglicherweise nicht auf andere Einrichtungen übertragbar sind. Nichtsdestotrotz ergänzen die Ergebnisse der Studie die verfügbare Literatur zu diesem Thema, da es für AN bei Männern im Gegensatz zu AN bei Frauen keine belastbaren Daten in der Literatur gibt.

Referenzen

Holliday, J., Wall, E., Treasure, J., & Weinman, J. (2005). Die Wahrnehmung von Krankheit bei Personen mit Anorexia nervosa: Ein Vergleich mit männlichen und weiblichen Laien. International Journal of Eating Disorders, 37(1), 50-56. Web.

Lindblad, F., Lindberg, L., & Hjern, A. (2006). Anorexia nervosa bei jungen Männern: A cohort study. International Journal of Eating Disorders, 39(8), 662-666. Web.