Anomie- und Belastungskriminalitätstheorien Essay

Words: 359
Topic: Kriminalitätstheorien

Anomie- und Belastungstheorien sind sehr unterschiedliche, aber verwandte Theorien der Kriminalität. Die erste von ihnen analysiert den Zusammenhang zwischen den Kriminalitätsraten der Länder und gesellschaftlichen Faktoren (Cullen, Agnew, & Wilcox, 2017). Die Theorie besagt zum Beispiel, dass in den USA die Wahrscheinlichkeit besteht, dass Menschen Straftaten begehen, um einen finanziellen Gewinn zu erzielen, weil die Regierung den monetären Erfolg fördert, während sie die Bedeutung legitimer Wege, diesen zu erreichen, nicht hervorhebt.

Die Strain-Theorie erklärt, warum einige Gruppen von Personen eher an illegalen Aktivitäten teilnehmen als andere (Cullen et al., 2017). Die zentrale Idee dieser Ideologie ist, dass Menschen unter Druck gesetzt werden, sich an Straftaten zu beteiligen, wenn sie ihre kulturellen Ziele nicht erreichen können. Es fällt auf, dass Studien trotz ihrer Ähnlichkeiten keine Unterstützung für die beiden vorgestellten Theorien zeigen.

Studien in der Kriminologie zeigen, dass die Anomietheorie relevant ist und auf reale Fälle angewendet werden kann. So berichten Simmler, Plassard, Schär und Schuster (2017), dass ihre Konzepte eine verlässliche soziologische Erklärung für Unterschiede zwischen Menschen verschiedener sozialer Schichten und deren Verhalten bieten. Die Studie stützt die Hypothese, dass eine Dissoziation zwischen kulturbezogenen Bestrebungen und den Mitteln zu deren Verwirklichung zu abweichendem Verhalten führen kann.

Gleichzeitig zeigen einige Studien zur Belastungstheorie wenig Unterstützung für die Hypothesen. So zeigt beispielsweise eine Literaturübersicht von Eitle und Eitle (2016), dass es an Belegen für die Anwendbarkeit der Grundsätze der Theorie auf die Jugendkriminalität mangelt. Die mögliche Schlussfolgerung, die gezogen werden kann, ist, dass die Erklärung des Hintergrunds der Kriminalitätsraten in verschiedenen Ländern mithilfe einer kriminologischen Theorie wirksam sein kann, während die Verknüpfung aller Verbrechen mit kulturellen Aspekten eine Strategie ist, die Grenzen hat und verbessert werden sollte.

Referenzen

Cullen, F. T., Agnew, R., & Wilcox, P. (2017). Kriminologische Theorie: Past to present: Essential readings (6th ed.). New York, NY: Oxford University Press.

Eitle, D., & Eitle, T. M. (2016). Allgemeine Belastungstheorie und Delinquenz: Extending a popular explanation to American Indian youth. Jugend & Gesellschaft, 48(4), 470-495.

Simmler, M., Plassard, I., Schär, N., & Schuster, M. (2017). Understanding pathways to crime: Kann die Anomietheorie höhere Kriminalitätsraten bei Flüchtlingen erklären? Aktuelle Erkenntnisse aus einer Schweizer Umfrage. European Journal on Criminal Policy and Research, 23(4), 539-558.