Amerikanischer Managerdiskurs – Essay (Kritisches Schreiben)

Words: 610
Topic: Managementtheorien

Zusammenfassung

Der Beitrag stellt die Ansicht in Frage, dass sich der amerikanische Managementdiskurs von einer zwanghaften zu einer rationalen und schließlich zu einer normativen Kontrollrhetorik entwickelt hat. Der Autor stellt diese Position in Frage, indem er historische Belege überprüft, die darauf hindeuten, dass der Managerdiskurs seit 1870 schrittweise zwischen normativer und rationaler Rhetorik gewechselt hat. Er argumentiert, dass die Standardtheorien des ideologischen Wandels unzureichend sind, um die Veränderungen und die sich abzeichnenden Muster sowie den Zeitpunkt jedes neuen Musters zu erklären. Barley und Kunda (1992, S.363) vertreten die gegenteilige Meinung und stützen sich dabei auf eine vorgeschlagene Theorie, die materielle Kräfte und kulturelle Zwänge kombiniert. Das Argument lautet, dass der Wechsel zwischen normativer und rationaler Rhetorik die entstehenden Muster verschiedener Wellen und verschiedener Zyklen wirtschaftlicher Entwicklung und Schrumpfung rechtfertigt (1992, S. 369-86).

Nach Barley und Kunda (1992, S. 363) rechtfertigen der Aufstieg großer Unternehmen und die Professionalisierung des Managements, die Notwendigkeit, komplexe Organisationen zu kontrollieren, sowie die verschiedenen Entwicklungsphasen das Argument, dass sich der Managementdiskurs zu einer Zwangskontrolle der Arbeitskräfte entwickeln musste, um die Produktion zu rationalisieren. Die aufeinanderfolgenden Entwicklungsphasen führten zur Entstehung des normativen Ansatzes, die Herzen der Menschen zu kontrollieren, um ihren Verstand zu gewinnen und sie schließlich zu kontrollieren. Die Entstehung von fünf Phasen unterstreicht das Argument, dass der Managementdiskurs auf industrieller Verbesserung, menschlichen Beziehungen und Organisationskultur beruhte. Die nacheinander entstandenen Managementsysteme basierten auf dem Argument, dass Kooperation statt Konflikt ein Managementansatz sei, der von den Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieuren stark in Frage gestellt wurde (Barley & Kunda 1992, S.369).

Barley und Kunda (1992, S. 369-86) stellen weiterhin das Argument der dynamischen Entwicklung des Managementdiskurses von der Perspektive einer rationalen, ultimativen zu einer normativen rhetorischen Kontrolle in Frage, die auf den aufkommenden Ansichten über die Organisationskultur beruhte. Das systematische Wachstum der Managementwissenschaft, das Aufkommen und die Bedeutung des Operations Research als Managementtechnik, das Aufkommen der Human-Relations-Bewegung und die Kontingenztheorie trennten die Organisationstheorie vom Organisationsverhalten. Dieses Argument veranschaulichte im Großen und Ganzen das Konzept der Systemrationalisierung.

Kritik

Der Autor vertritt nachdrücklich die Auffassung, dass Management ein dynamischer Diskurs ist, der sich im Laufe der Geschichte in verschiedenen Phasen erfolgreich entwickelt hat. Nach Barley und Kunda (1992, S. 363-94) ist es richtig, dass der Managementdiskurs durch die Dynamik in der Gesellschaft beeinflusst wird, die auf verschiedenen industriellen Ideologien beruht. Darüber hinaus erklären verschiedene Theorien die von den Forschern vertretenen Positionen, die die zu irgendeinem Zeitpunkt in der Geschichte aufkommenden Managementdiskurse erklären und das Argument rechtfertigen wollen. Neue Ideologien entstehen mit der Zeit, um die Unzulänglichkeiten früherer Ideologien zu beheben, je nach der industriellen Phase, in der die Ideologie angewandt wird (Abbott 1990, S.43). Es ist befriedigend zu argumentieren, dass frühere Managementideologien nicht angewandt werden können und Managementprobleme und -konflikte, die in modernen Umgebungen auftreten, nicht lösen können. Barley und Kunda (1992, S. 369-94) scheinen der Ansicht zuzustimmen, dass die Dynamik in der Gesellschaft unterschiedliche Managementdiskurse hervorruft, die sich mit den steigenden Anforderungen der einzelnen Managementstile befassen. Sie stimmen zu, dass Managementdiskurse nicht strikt auf die drei Elemente der rationalen, ultimativen und normativen rhetorischen Kontrolle festgelegt werden können. Barley und Kunda (1992, S. 363-394) akzeptieren jedoch keine Theorien, die die sich im Laufe der Zeit herausbildenden Managementdiskurse erklären.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Position des Autors zu den Managementdiskursen, die Argumentation zu den unterstützenden Theorien und die Dynamik sehr gut begründet sind.

Referenzen

Abbott, A. D. 1990, “Positivismus und Interpretation in der Soziologie: Lessons for sociologists from the history of stress research”, Soziologisches Forum, Bd. 5, Nr. 1, S. 435-458.

Barley, S. R. & Kunda, G. 1992,’ Surges of Rational and Normative Ideologies of Control in Managerial Discourse’, Administrative Science Quarterly, vol. 37, no. 3 pp. 363-399.