Amerikanische Familie’ Veränderungen seit dem 20. Jahrhundert Essay

Words: 638
Topic: Bildung der Familie

Einführung

Um den Wandel in der heutigen amerikanischen Familie zu verstehen, ist es unerlässlich, die Dynamik des Familienlebens in der Mitte des 20. Jahrhunderts zu untersuchen. In diesem Beitrag werden die Zahlen der letzten Volkszählungen untersucht, um die Veränderungen innerhalb der amerikanischen Familie im Laufe der Jahre zu quantifizieren.

Veränderungen in der amerikanischen Familie

Der Bereich des Familienlebens hat in Amerika seit Mitte des 20. Jahrhunderts eine Reihe von Veränderungen erfahren. Die Debatte über die amerikanische Familie ist geprägt von Kritik an der Degradierung der Ehe, die sich von konventionellen Geschlechterrollen und konservativen Ehewerten hin zur heutigen gleichberechtigten Rollenverteilung verschoben hat.

Die Mitte des 20. Jahrhunderts war in Amerika durch turbulente Veränderungen bei den Bürgerrechten, der Makroökonomie, der sexuellen Freiheit und einer erheblichen Steigerung der Lebenserwartung und des Wohlstands gekennzeichnet (Himmelfarb, 1996). Die Dynamik dieser Faktoren hat die Institution der Familie in Amerika erschüttert.

Mehrere Trends kennzeichnen die Veränderungen in der amerikanischen Familie. So hat sich beispielsweise die Rate der “Geburten bei unverheirateten Frauen” von 18,4 im Jahr 1980 auf 40,6 im Jahr 2008 erhöht. Außerdem ging die Heiratsrate von 15,9 im Jahr 1980 auf 10,6 im Jahr 2008 zurück. Die Scheidungsrate ging jedoch im Laufe der Jahre nur geringfügig von 7,9 auf 5,2 zurück.

Außerdem stieg die Zahl der Alleinerziehenden von 6.061 im Jahr 1980 auf 10.536 im Jahr 2008 (US Census Bureau, 2012). Dies bedeutet, dass Alleinerziehende in der amerikanischen Familienstruktur auf dem Vormarsch sind. Offensichtlich zeigen diese Trends eine deutliche Abkehr von den traditionellen Werten der Ehe in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Auch das Alter, in dem die meisten Amerikaner zum ersten Mal heiraten, hat sich verändert. Das Alter für die erste Heirat ist gestiegen. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Eheschließung aufgeschoben wurde, um sich weiterzubilden und eine berufliche Laufbahn einzuschlagen, da die Veränderungen in der Wirtschaft für Menschen mit einer schlechten Ausbildung nicht förderlich waren (Himmelfarb, 1996). Der Aufschub der Eheschließung wird offensichtlich durch den “kontinuierlichen Anstieg der ‘Geburten bei unverheirateten Frauen’, obwohl sich das Tempo der Veränderung im Jahr 1990 verlangsamt hat” (Casper & Bianchi, 2001, S. 23).

Die familiären Rollen verschieben sich in der amerikanischen Familie, da das Element der Gleichheit in der Rollenerfüllung die frühere Wahrnehmung verändert hat. Im Laufe der Jahre haben die Väter eine größere Rolle in der Familie übernommen. Die Volkszählungsstatistiken zeigen zum Beispiel, dass die “Zahl der Familien, in denen nur der Vater lebt, zunimmt; eine Verschiebung hin zum gemeinsamen Sorgerecht für die Kinder im Falle einer Scheidung” (Mayer, 2007, S. 19). Außerdem nimmt das Ausmaß der Beteiligung der Vaterfigur an der Familienerziehung stetig zu.

Die Familienverhältnisse in Amerika verändern sich ständig. In dem Maße, in dem mehr Frauen an Macht gewinnen und wirtschaftlich unabhängig werden, verlagert sich die Rolle des Broterwerbs, der Kindererziehung und der Versorgung anderer Bedürfnisse von der alleinigen Verantwortung des Mannes auf die eines der beiden Elternteile. Im Laufe der Jahre hat die Zahl der Alleinerziehenden unter den Frauen zugenommen (Coontz, 2007). Dieser Anstieg könnte auf eine größere “Akzeptanz von Scheidung, Zusammenleben, außerehelichem Sex und eine größere Toleranz gegenüber unscharfen Geschlechterrollen” zurückzuführen sein (Waite, 2000, S. 31).

Schlussfolgerung

Die amerikanische Familie hat sich von der früheren traditionellen Position zu einer modernen Einheit gewandelt, die durch späte Eheschließungen, veränderte Familienrollen, die Zunahme der Alleinerziehenden und die Akzeptanz der gleichgeschlechtlichen Ehe gekennzeichnet ist.

Referenzen

Casper, M., & Bianchi, S. (2001). Trends in der amerikanischen Familie. Thousand Oaks, CA: Sage Publications.

Coontz, S. (2007). Taking marriage private.

Himmelfarb, G. (1996). Zweiter Gedanke zur Zivilgesellschaft.

Mayer, S. (2007). What money can’t buy: family income and children’s life chances? Cambridge, MA: Harvard University Press.

US Census Bureau. (2012). Familien und Arbeit in der Transaktion in 12 Ländern, 1980- 2001.

Waite, L. (2000). The ties that bind: perspectives on marriage and cohabitation. New York, NY: Aldine de Gruyter.