A Valediction: Das Verbot der Trauer von John Donne Essay

Words: 921
Topic: Britische Literatur

Es scheint, dass die Liebe schon immer die treibende Kraft war, die die Menschheit vor der unerträglichen Realität bewahrt hat. In unzähligen Liedern gepriesen, ist und bleibt die Liebe die wichtigste Inspirationsquelle der Dichter und die Muse aller Lyriker. Auch wenn das Gedicht A Valediction: Forbidding Mourning von John Donne handelt zwar hauptsächlich von den altbekannten Themen der Liebe, aber es zeichnet ein besonderes Bild der Beziehungen zwischen den Menschen, und zwar auf eine völlig neue Art und Weise, indem es die weltlichen Themen mit den spirituellen kollidieren lässt und somit eine Reihe von Dilemmas schafft, mit denen die Menschen seit der Entstehung der Idee der Liebe konfrontiert sind.

Es muss auch erwähnt werden, dass Donne einen sehr spezifischen Bereich des Spirituellen wählt, um die Verbindungen zwischen der Idee der reinen, platonischen Liebe und ihrer irdischen Entsprechung aufzuzeigen. Während er über die Freude der Liebe spricht, beschreibt Donne auch den Schmerz des Abschieds, wie zum Beispiel den Abschied durch den Tod selbst:

“Wie tugendhafte Menschen sanft vergehen, Und ihren Seelen zuflüstern, zu gehen, Während einige ihrer traurigen Freunde sagen: “Jetzt geht sein Atem”, und einige sagen: “Nein”” (Donne, Abs. 1-5).

Man könnte meinen, dass eine solch düstere Darstellung der Art und Weise, wie sich die Beziehungen zwischen zwei Menschen entwickeln können, alles andere als romantisch ist. In Donnes Kontext ist der Tod jedoch nicht das Ende des Lebens und damit auch der Liebe, sondern nur eine weitere Entwicklungsstufe des Menschen. Die Liebe kann und wird also weiterbestehen, nachdem das Paar seine sterbliche Hülle verlassen hat, was nach Donne die Manifestation ihrer geistigen Komponente ist:

“Dumpfe sublunare Liebe der Liebenden, deren Seele Sinn ist, kann keine Abwesenheit zulassen, denn sie entfernt das, was sie ausmacht” (Donne, Abs. 11-15).

Es scheint also, dass einer der Hauptgedanken von Donnes Gedicht darin besteht, die Idee zu vermitteln, dass die Liebe stärker ist als der Tod. Wie Cavanaugh erklärt, betreibt Donne “eine didaktische Lektion, um die Parallele zwischen einer positiven Art und Weise, dem Tod zu begegnen, und einer positiven Art und Weise, sich von der Geliebten zu trennen, aufzuzeigen” (Cavanaugh Abs. 1) Der Autor macht nicht nur deutlich, dass die Liebe weit über das Grab hinausreicht:

“Aber wir haben eine Liebe, die so sehr verfeinert ist, dass wir selbst nicht wissen, was sie ist” (Donne, Abs.17-18),

sondern sorgt auch dafür, dass keine weltlichen Katastrophen und Unglücke der Liebe schaden können:

“Die Bewegung der Erde bringt Schaden und Ängste; die Menschen rechnen, was sie getan hat und was sie bedeutet; aber die Erschütterung der Sphären, obwohl weit größer, ist unschuldig” (Donne, Abs. 6-10).

Donnes Gedicht kann jedoch auch als Ausdruck der Gefühle einer Frau gelesen werden, die unter einer unerwiderten Liebe leidet. Alitzer zufolge “ist in ‘A Valediction: Forbidding Mourning’ ist es die Beständigkeit der Frau, ihre Festigkeit wie der feste Fuß des Kompasses, der den Kreis perfekt macht und die Rückkehr des wandernden Fußes (des Dichters) sicherstellt” (Alitzer 81). In der Tat wird man bei näherer Betrachtung des Gedichts feststellen, dass in den folgenden Zeilen eine Frau dargestellt wird, die geduldig auf den wandernden Dichter wartet:

“Und wenn sie auch in der Mitte sitzt, so lehnt sie sich doch, wenn die andere weit umherschweift, und lauscht ihr, und richtet sich auf, wenn sie nach Hause kommt” (Donne, S. 25-30).

Diese Stelle ist absolut genial, denn es gibt keine Hinweise darauf, wer diejenige ist, die wartet – der Dichter bezeichnet jeden von ihnen als “es” -, aber es ist dennoch klar, dass es eine Frau ist, die auf den eigensinnigen Dichter wartet: “Und lässt mich enden, wo ich begann” (Donne Abs.35).

Schließlich ist die Idee eines unendlichen Kreislaufs des Lebens und der Liebe zu erwähnen. Nach Donne ist die Liebe der König eines zeitlosen Gefühls, das den Test der Zeit übersteht und genauso frisch und stark bleibt, wie es zu Beginn der Romanze war:

“So wirst du für mich sein, der ich, wie der andere Fuß, schief laufen muss; Deine Festigkeit macht meinen Kreis gerecht, Und lässt mich enden, wo ich begann” (Donne Abs.32-35).

Donne vermittelt also die Idee, dass die wahre Liebe niemals stirbt. Diese Idee ist zwar nicht ganz originell, funktioniert aber in diesem Gedicht erstaunlich gut, da Donne sie auf eine andere Ebene überträgt, nämlich auf die Ebene der geistigen Beziehungen. So macht der Dichter deutlich, dass, wenn das romantische Flair nachlässt, die Verbindungen zwischen den Menschen, die ineinander verliebt sind, immer noch vorhanden sind, wenn das Paar einige geistige Verbindungen hat.

Daraus lässt sich schließen, dass Donnes Interpretation der Liebe viel erhabener und hochfliegender ist, als es die Gefühle der Normalsterblichen je sein können. Aufgrund des Gegensatzes zwischen dem spirituellen und dem weltlichen Element in dem Gedicht wird die Liebe als ein gesundes Gefühl und gleichzeitig als eine Kombination widersprüchlicher Emotionen vorgestellt, d. h. der Wunsch, die Beziehungen in eine noch intimere Sphäre zu treiben, und der Drang, diese Beziehungen so hoch wie möglich zu erheben und sie von jedem möglichen Element der Vulgarität zu befreien. In seinem Versuch, den Knoten zu lösen, der seit Jahrhunderten in den Köpfen der Menschen existiert, nimmt Donne den Leser mit auf eine spirituelle Reise und macht ihm klar, dass es ein Gleichgewicht zwischen Spiritualität und Leidenschaft gibt, und dieses Gleichgewicht heißt Liebe.

Zitierte Werke

Alitzer, Alma B. Self and Symbolism in the Poetry of Michelangelo, John Donne, and Agrippa d’Aubigne. New York, NY: Springer. 1973. Drucken.

Cavanaugh, Cynthia C. The Circle of Souls in John Donne’s ‘A Valediction Forbidding Mourning’ n. d. Web.

Donne, John. A Valediction: Forbidding Mourning. n. d. Web.